Fantasie

All jenen, die sich in ihren Fantasien verloren haben, ist dieses Gedicht gewidmet.

Horche nach dem Sinn der Sinne,
Jeder Muskel ist gespannt.
Halte mit dem Leben inne,
Leben, das ich nie empfand.

Suche nach dem Wert der Werte
Fall von Erden ganz entzückt,
Allem was mich einst beschwerte
Bin vom Leiden jäh entrückt.

Finde jene Welt der Welten,
Die mich heilt von jeder Pein,
Wo ich endlich wirklich lebe,
Und nicht bin ein bloßer Schein.

Meine Wünsche werden lauter
Sehnsucht nach der Ewigkeit,

Sie allein ist mein Vertrauter
Bin zur Rückkehr nicht bereit.

Doch mit jedem weitren Worte
Geht verloren was ich sah
Und ich fliehe vor dem Orte
Der einst meine Zuflucht war.

Published in: on Oktober 6, 2008 at 6:04 nachmittags  Kommentare (3)  
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Moloch Europa

Fortschritt ist wichtig. Dieser Annahme werden die meisten Menschen auf unserem kleinen, blauen Planeten zustimmen. Schließlich assoziieren weite Teile unserer Gesellschaft mit Fortschritt lebenswichtige Entwicklungen. Was wären wir auch ohne die Möglichkeit, Pfannen mit Raumfahrttechnologie zu beschichten, damit unser Frühstücksei nicht mehr anbrennt.
Doch müssen wir dieses Wissen mit aller Gewalt in ferne Länder tragen?
Im Laufe der Evolution scheint der europäische homo sapiens weite Teile seiner Empathie zugunsten eines gewaltigen Expansionsverlangens aufgegeben zu haben.
Vor der Eroberung Kolumbiens durch die Spanier, war das Land von sesshaften Stämmen der Ureinwohner bevölkert. Sie lebten von der Landwirtschaft und bauten in Bergwerken Salz und Smaragde ab. Bemerkenswert waren jedoch ihre hoch entwickelten Handwerksfähigkeiten, wie zum Beispiel das des Goldschmiedens.
Gründe und Legitimationen waren auf europäischer Seite schnell gefunden, schließlich galt der Fortschritt als oberstes Ziel, eine ungeheure Verpflichtung die auf den Schultern der jungen Pioniere lag. Mit eisernem Willen zur Kolonisation drang man in das fremde, unterentwickelte Land ein, plünderte dessen Bodenschätze und versklavte die Bevölkerung. Doch nicht einmal das genügte dem gierigen Kolonialmoloch Europa.
Kaum war das versklavte Volk verschlissen, die billigen Arbeitskräfte getötet, brachten die Spanier Sklaven aus Afrika in das Land, um es weiter seiner Schätze zu berauben und auch das letzte Quäntchen Nutzen aus dem Boden zu ziehen.
Politische Gewaltausübung wurde zur Gewohnheit und noch heute, Jahrhunderte später, nach Unabhängigkeitserklärung und zahllosen Bürgerkriegen, ist Kolumbien ein Land der Zerrissenheit, gespalten von Staatsgewalt und der Macht zwielichtiger Drogenkartelle.
War es der Fortschritt, der diesem Land den Ruin, den Europäer, brachte?
Letzten Endes können wir wohl froh sein, dass unsere Erde lediglich eine Oberfläche von 510 Millionen km² besitzt, von denen gerade einmal 29% Landfläche einnehmen. Gäbe es mehr, würden die Europäer wohl noch heute mit Kriegsschiffen und Flugzeugen nach neuen Ländern und Kontinenten suchen, an denen sie ihre Expansionsgier nach Fortschritt stillen können.

Published in: on September 26, 2008 at 6:33 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Idealvorstellung

Ich grüße euch, werte Blogleser
Sogleich zu Beginn des neuen Schuljahres ein neues Gedicht, dass ein wenig Kritik an einigen besonderen Lehrkäften übt, denen wir alle bestimmt schon mal begegnet sind.
Ich hoffe, es gefällt.


Ich hänge am Fleischerhaken des Wissens
und fühle mich selbst
wie ein geschächtetes Stück Vieh.

Was ich von mir gebe
genügt dem Schlachtmeister nicht
doch für den Abfall reicht es
allemal.

Mein Fleisch ist zart und jung
wie kann es auch
nach der Erfahrung von Jahren schmecken?

Ich bin zu Unrecht in diesem Metzgerhaus gelandet,
ich wollte doch auf Bildungswiesen grasen.

Published in: on August 6, 2008 at 2:37 nachmittags  Kommentare (1)  
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Feuertaufe

Ich grüße euch, werte Blogleser,

der April hat begonnen und es scheint sich eine Besserung des bisher so katastrophalen Wetters zu vollziehen. Der Sommer kann kommen. Passend zum nun hoffentlich wärmeren Frühling, – wie gestern versprochen – ein ebenfalls wärmeres Gedicht.


Ein Zündholz fällt aus tauben Händen
Schlägt auf dem trocknen Boden auf
Niemand erahnt den Todeslauf,
Was folgt ist nicht mehr abzuwenden.

Der zornig zischend Zunderberg
Entflammt die Hölzer und die Zweige
Das Wasser – schäumend – geht zur Neige.
Ein höllengleiches Feuerwerk.

Die feurig flinken Finger springen
Rasch über Stroh und dürres Heu
Trennen den Weizen von der Spreu
Und wollen mit den Menschen ringen.

Es ist die Prüfung deiner Kräfte
Sei mutig wenn das Feuer lacht,
Bist du zu schwach für seine Macht,
So kocht es dir die Lebenssäfte.

Published in: on April 1, 2008 at 6:39 vormittags  Kommentare (1)  
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Ausweg aus dem Nirwana – Versuch einer Reanimation

“…und aus der Stille hebt sich,
von fern ein Klagelaut
durchdringt die Todestätte
bis stumm der Morgen graut…”

Ich grüße euch werte Blogleser,
von manch einem unter euch dazu angehalten, doch bitte neue Werke in diesem Blog zu veröffentlichen, werde ich nun  versuchen, diesem Wunsch nachzugehen.
Ich denke, dass ich in den nächsten Tagen einige Gedichte fertigstelle und, sofern es mir Muse und Zeit erlauben, auch ein weiterer Abgrund erscheinen wird.

Trotz allem bin ich sehr enttäuscht was die bisherige Produktivität des Jahres 2008 anbelangt. Nichts will in irgendeiner Weise ins Fließen kommen, aber das sind Probleme, mit denen man sich nunmal herumzuschlagen hat.

Ich verbleibe mit dem Verprechen, dass der Blog noch nicht ausgestorben ist!

Published in: on März 31, 2008 at 10:55 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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