Abschied

Die Tage werden länger, die Stunden scheinen kürzer. Der Winter ist im Begriff, seine Fänge über das Land zu strecken und erste Schneefelder kündigen sein eisiges Kommen an. Der Winter führt uns die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen und nicht Wenige sind selbst von persönlichen Verlusten betroffen.
Melancholische Grüße entrichte ich all meinen Lesern, und ich hoffe, dass mein kurzer Beitrag zur weißen Jahreszeit zu gefallen weiß.

Dein Hals, er taut im Abendlicht
Und fließt herab an Erlen.
Der Reif an deinem Arm gebricht,
Zerspringt in tausend Perlen

Die Ohnmacht fällt auch mir anheim
Ich spüre deine Trauer,
Zuletzt erstickt der Zukunftskeim
Im stillen Winterschauer.

Die Tränen frieren mir zu Eis,
Wenn ich stumm dir gedenke
Denn hier im holden Kältekreis
Ist allen Lebens Ende.

Veröffentlicht in: on November 27, 2008 at 6:59 Kommentare (1)
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Maschinenherz

Was mich in meinem Innern treibt,
Sich dreht und niemals stehen bleibt
Was lautlos in sich selbst eingreift
Und krachend auseinander fällt,
Obgleich ein kranker Wille
Es zeitgleich starr zusammenhält.

Was voller Drang nach Außen strebt,
sich windet und von Innen hebt
Was um sich kreisend taktlos tickt,
und doch der Unruh unterliegt,
Obgleich ein kranker Wille
Es ganz nach seinem Geiste biegt.

Ein Herz suchte ich vergeblich,
ich fand nur Staub im Räderwerk

Veröffentlicht in: on Oktober 21, 2008 at 7:49 Kommentare (4)
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Fantasie

All jenen, die sich in ihren Fantasien verloren haben, ist dieses Gedicht gewidmet.

Horche nach dem Sinn der Sinne,
Jeder Muskel ist gespannt.
Halte mit dem Leben inne,
Leben, das ich nie empfand.

Suche nach dem Wert der Werte
Fall von Erden ganz entzückt,
Allem was mich einst beschwerte
Bin vom Leiden jäh entrückt.

Finde jene Welt der Welten,
Die mich heilt von jeder Pein,
Wo ich endlich wirklich lebe,
Und nicht bin ein bloßer Schein.

Meine Wünsche werden lauter
Sehnsucht nach der Ewigkeit,

Sie allein ist mein Vertrauter
Bin zur Rückkehr nicht bereit.

Doch mit jedem weitren Worte
Geht verloren was ich sah
Und ich fliehe vor dem Orte
Der einst meine Zuflucht war.

Veröffentlicht in: on Oktober 6, 2008 at 6:04 Kommentare (3)
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Idealvorstellung

Ich grüße euch, werte Blogleser
Sogleich zu Beginn des neuen Schuljahres ein neues Gedicht, dass ein wenig Kritik an einigen besonderen Lehrkäften übt, denen wir alle bestimmt schon mal begegnet sind.
Ich hoffe, es gefällt.


Ich hänge am Fleischerhaken des Wissens
und fühle mich selbst
wie ein geschächtetes Stück Vieh.

Was ich von mir gebe
genügt dem Schlachtmeister nicht
doch für den Abfall reicht es
allemal.

Mein Fleisch ist zart und jung
wie kann es auch
nach der Erfahrung von Jahren schmecken?

Ich bin zu Unrecht in diesem Metzgerhaus gelandet,
ich wollte doch auf Bildungswiesen grasen.

Veröffentlicht in: on August 6, 2008 at 2:37 Kommentare (1)
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Feuertaufe

Ich grüße euch, werte Blogleser,

der April hat begonnen und es scheint sich eine Besserung des bisher so katastrophalen Wetters zu vollziehen. Der Sommer kann kommen. Passend zum nun hoffentlich wärmeren Frühling, – wie gestern versprochen – ein ebenfalls wärmeres Gedicht.


Ein Zündholz fällt aus tauben Händen
Schlägt auf dem trocknen Boden auf
Niemand erahnt den Todeslauf,
Was folgt ist nicht mehr abzuwenden.

Der zornig zischend Zunderberg
Entflammt die Hölzer und die Zweige
Das Wasser – schäumend – geht zur Neige.
Ein höllengleiches Feuerwerk.

Die feurig flinken Finger springen
Rasch über Stroh und dürres Heu
Trennen den Weizen von der Spreu
Und wollen mit den Menschen ringen.

Es ist die Prüfung deiner Kräfte
Sei mutig wenn das Feuer lacht,
Bist du zu schwach für seine Macht,
So kocht es dir die Lebenssäfte.

Veröffentlicht in: on April 1, 2008 at 6:39 Kommentare (1)
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