Schlussendliche Gerechtigkeit

Mag ich mich auch über viele Dinge aufregen, Sachverhalte ungerecht finden und Handlungen mancher Personen nicht im Entferntesten verstehen, ein Gedanke schafft es in letzter Zeit, mich zu beruhigen und mir in manch einem traurigem Moment ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern: Die Menschheit wird untergehen.
Zumindest, wenn sie so weiter macht wie bisher.
Aber in Anbetracht unserer Geschichte ist anzunehmen, dass die Menschheit als solche, und damit meine ich nicht einzelne Gruppen und Menschen, nie zur Vernunft kommen wird.

Früher hab ich mich immer gefragt, warum die Bösen in manchen Filmen und Büchern ein Interesse daran haben, die Welt als solche zu zerstören. Wie kann jemand den Planeten oder das Land, in dem er selbst lebt, auslöschen wollen.
Ich glaube, mittlerweile verstehe ich das Gedankenmuster hinter diesen zunächst absurd erscheinenden literarischen Figuren.
Der Mensch zerstört die Natur, beeinflusst sie und setzt sich über sie hinweg.
In vielen Diskussionen über Gentechnik ist davon die Rede, dass sich der Mensch zum Gott mache, die Natur nach seinen Wünschen verändere, der Blick aus dem Fenster zeigt uns, dass die Natur um uns systematisch zerstört wird.
Doch ich denke, die letzte, die das kümmert, ist die Natur selbst. Denn jeglichen „Kampf“ gegen sie haben wir schon im Ansatz verloren.
Die Natur wird letzten Endes gewinnen. Soviel Wälder wir auch abholzen mögen, irgendwann wird die Menschheit sich in ihrer Gier selbst zugrunde gerichtet haben. Und wo kein Mensch, dort wird die Natur wieder Fuß fassen, sich ausbreiten und letzten Endes doch wieder die Welt umspannen.
Hier kommt wieder der Böse ins Spiel, denn sein Hass richtet sich auf die Menschen, die Natur jedoch steht über ihm und wird ihn überleben. Dies mag der Anreitz sein, der ihn treibt.
Bevor man mich falsch versteht: Naturschutz halte ich für sehr wichtig, ebenso den Versuch, einem solchen Schicksal zu entgehen.
Doch irgendwie kann ich einfacher an derlei Dinge herangehen, wenn ich eine letzte Versicherung habe, nämlich die, dass egal was der Mensch noch anstellen wird, es sie geben wird, schlussendliche Gerechtigkeit.

Published in: on Januar 15, 2009 at 9:40 nachmittags  Kommentare (1)  
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Nein, dank Gottes Hilfe

Wie soll man etwas bezeichnen, das Menschen auseinander treibt, sie gegeneinander aufhetzt und selbst vor Liebenden nicht halt zu machen scheint:
Religion.
Ein Vorfall in jüngster Zeit macht mich richtig sauer: Zwei Menschen, die sich lieben, können aufgrund ihrer Religion nicht zusammenfinden.
Ein Indiz für Gott? Oder eher für seine Abwesenheit?
Wie kann ein Geschöpf ein Prinzip oder gar ein weißer Bart am Himmel es zulassen, dass seine Botschaft die Menschheit entzweit.
Was sind es für Familien, die in konservativ geschnürten Glaubenskorsetts ihren Kindern die freie Wahl verbauen, ihr Leben zu leben.
And no religion too“, singt John Lennon, und ich bin gewillt ihm Recht zu geben. Mag sie den Menschen auch Halt geben, so scheint ihr Preis doch ein Großer zu sein: Klassen! Eine gespaltene Gesellschaft, ein Kampf der Konfessionen.
Wenn doch vor Gott alle gleich sind, warum dann auch nicht hier auf Erden?
Wenn selbst die Liebe, als höchstes Gut und höchste Kraft angesichts eines konservativen Gottesglaubens versagt, was kann dann noch helfen?
Wieder einmal sehne ich ein aufklärendes Licht herbei, dass uns vom göttlichen Konkurrenzkampf um die beste und einzig wahre Weltanschauung befreit.
Utopienfreudig schließe ich mich John Lennon an und singe:

You may say that I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Published in: on Januar 12, 2009 at 7:22 nachmittags  Kommentare (3)  
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