Mag ich mich auch über viele Dinge aufregen, Sachverhalte ungerecht finden und Handlungen mancher Personen nicht im Entferntesten verstehen, ein Gedanke schafft es in letzter Zeit, mich zu beruhigen und mir in manch einem traurigem Moment ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern: Die Menschheit wird untergehen.
Zumindest, wenn sie so weiter macht wie bisher.
Aber in Anbetracht unserer Geschichte ist anzunehmen, dass die Menschheit als solche, und damit meine ich nicht einzelne Gruppen und Menschen, nie zur Vernunft kommen wird.
Früher hab ich mich immer gefragt, warum die Bösen in manchen Filmen und Büchern ein Interesse daran haben, die Welt als solche zu zerstören. Wie kann jemand den Planeten oder das Land, in dem er selbst lebt, auslöschen wollen.
Ich glaube, mittlerweile verstehe ich das Gedankenmuster hinter diesen zunächst absurd erscheinenden literarischen Figuren.
Der Mensch zerstört die Natur, beeinflusst sie und setzt sich über sie hinweg.
In vielen Diskussionen über Gentechnik ist davon die Rede, dass sich der Mensch zum Gott mache, die Natur nach seinen Wünschen verändere, der Blick aus dem Fenster zeigt uns, dass die Natur um uns systematisch zerstört wird.
Doch ich denke, die letzte, die das kümmert, ist die Natur selbst. Denn jeglichen „Kampf“ gegen sie haben wir schon im Ansatz verloren.
Die Natur wird letzten Endes gewinnen. Soviel Wälder wir auch abholzen mögen, irgendwann wird die Menschheit sich in ihrer Gier selbst zugrunde gerichtet haben. Und wo kein Mensch, dort wird die Natur wieder Fuß fassen, sich ausbreiten und letzten Endes doch wieder die Welt umspannen.
Hier kommt wieder der Böse ins Spiel, denn sein Hass richtet sich auf die Menschen, die Natur jedoch steht über ihm und wird ihn überleben. Dies mag der Anreitz sein, der ihn treibt.
Bevor man mich falsch versteht: Naturschutz halte ich für sehr wichtig, ebenso den Versuch, einem solchen Schicksal zu entgehen.
Doch irgendwie kann ich einfacher an derlei Dinge herangehen, wenn ich eine letzte Versicherung habe, nämlich die, dass egal was der Mensch noch anstellen wird, es sie geben wird, schlussendliche Gerechtigkeit.