Hallo ihr lieben Leser,
heute möchte ich euch ein kleines Experiment vorstellen. Ich habe versucht, ein reimloses Gedicht zu schreiben. Normalerweise bin ich ja eher der Typ von Metrum und Rythmus, aber ich wollte mal etwas anderes austesten. Über Anregungen und Kritik wäre ich sehr dankbar.
Glaubtest du im Ernst,
dass mich die fallenden Blätter zurückhalten würden?
Dass jeder einzelne Baum,
den du mit deinen Maschinen gefällt
und zerstückelt hast,
mir Wunden zugefügt hätte?
Nun stehe ich hier, es ist Herbst.
Nicht deine Taten sind der Grund meines Erscheinens.
Du dachtest wirklich,
dass es hinter all dem eine Wahrheit gäbe,
die dir, wenn du ihrer mächtig wirst,
ein besseres Leben prophezeien würde.
Sieh auf die Welt hinunter,
in der einst Amseln in Ahornwipfeln nisteten
und Rehe aus Bächen tranken.
Nun sind selbst die Ratten geflohen,
denn der Abfall, den du hinterlässt
macht das Wasser ungenießbar
und verwelkt das Gras.
Du dachtest wirklich,
dass du die Dinge spalten musstest
um ihr Inneres zu verstehen.
Aber hat dir nicht jede Antwort,
jede Wahrheit, die du fallenden Körpern
und schwimmendem Holz entlockt hast,
neue Fragen geliefert?
Auf dem Grund der Dinge gibt es keine Erlösung.
Schau auf die Straßen,
dort, zwischen den Steinen,
gedeihen meine Krieger.
Noch sind sie jung,
aber erzählte nicht selbst deine Religion,
dass Senfkörner zu Gewaltigem heranwachsen.
Deine Zeit ist bald gekommen,
noch hälst du dich verzweifelt fest,
doch die Vorherrschaft
hast du schon lange abgetreten.
Im Ignorieren warst du schon immer gut.
Nun ernte die Erzeugnisse dessen,
was du einst gesät.